365 Projekt – Januar (1/1 – 1/31)

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In der Flickr-Gruppe zu dem wunderbaren Podcast „This Week in Photo (TWIP) Family“ ist am 1.1.2016 ein 365 Projekt gestartet.

„365“ bedeutet, dass man jeden Tag (!) ein Foto macht – ein ganzes Jahr lang, und jedes in der Gruppe veröffentlicht. Das ist manchmal schwieriger, aber oft einfacher als man zuerst vermutet.

Ich habe sowieso immer meine Kamera dabei, deshalb fällt es mir auch nicht schwer jeden Tag ein oder mehrere Fotos zu machen.

Hier seht Ihr die Resultate des Monats Januar:

In the Flickr-Group of the wonderful This Week in Photo (TWIP) Family podcast started, with the 1/1/2016, a 365 project.

„365“ means that you take a picture every day for one year. You can then share your works in the group. Mostly, this is easier than it sounds, sometimes it’s harder.

However, I carry my camera around all the time anyway, so it is not that hard for me to take a picture (or several for that matter) every day.

Below, you can see the results for january:

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Tilt-Shift: Die DIY Variante

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Gerade wenn die kalte Jahreszeit nicht enden will fehlen einem oft die Motive oder die Motivation die Kamera zu schnappen und zu fotografieren. Dafür habe ich eine schöne „Heilungsmethode“ gefunden: Tilt-Shift Fotografie. Tilt-Shift Photographie ist ja fast schon wieder ein alter Hut; ständig sieht man diese „Miniatur“-Effekte. Viele Kameras haben solche Effekte bereits als Filter einprogrammiert sodass man sie über bereits geschossene Fotos „drüber legen“ kann. Tilt-Shift aber manuell zu machen bietet einem viel mehr Möglichkeiten zum spielen, ausprobieren und lernen.

Was ist Tilt-Shift?

Was ist eigentlich Tilt-Shift? Entgegen der landläufigen Meinung dies wären kombinierte Effekte, sind sie doch völlig verschieden. Beim „Tilt“ wird, gem. der englischen Bedeutung, das Objektiv geneigt. Bezugspunkt ist dabei die Bildebene, also der Sensor. Das Neigen der Linse(n) relativ zum Sensor bewirkt die Neigung der Schärfeebene. Normalerweise verläuft sie parallel zur Bildebene und verändert sich nur in ihrer Tiefe – eben je nachdem wie man die Blende einstellt (offene Blende, schmale Schärfentiefe; geschlossene Blende, breite Schärfentiefe). Durch den „Tilt“ wird die Ebene nun geneigt und das führt zu dem bekannten Miniatur-Effekt. Man kann den Schärfebereich aber überall durchs Bild verlaufen lassen – je nachdem wie man das Objektiv neigt. Das führt zu ziemlich wilden Kompositionen die Spannung ins Bild bringen können.

Was ist nun mit dem Shift-Effekt? Nun, „Shift“ heißt übersetzt: „verschieben„. Dabei verschiebt man das Objektiv parallel zur Bildebene (Sensor). Wohlgemerkt: verschieben heißt eben nicht neigen, was bedeutet, dass sich die Schärfeebene nicht verändert – sie bleibt parallel zur Bildebene. Was bringt dann das „Shiften“? Nun, dazu muss man sich etwas mit einem eher unbekannten Photografen beschäftigen, dem Herrn Scheimpflug (Wikipedia). Dieser Herr war Architekturfotograf und hatte festgestellt, dass Gebäude oft unnatürlich verzerrt wirken wenn man sie bei weitwinkligen Brennweiten photographiert. Er überlegte wie man das korrigieren kann ohne die Objektive oder den Standpunkt der Kamera ändern zu müssen und kam darauf, dass es ausreicht das Objektiv nach oben/unten zu verschieben und dadurch die stürzenden Linien zu korrigieren. Deshalb gibt es auch spezielle Shift-Objektive die gerne von Architektur-und Landschaftsphotografen auch heute noch eingesetzt werden.

Strenggenommen sind die Lensbaby- und vergleichbare Optiken also Tilt-Objektive, weil man sie eben nicht „shiften“ kann. Spezielle Shift-Objektive kann man dafür nicht „tilten“.

Das Setup

Ich besaß für meine vorherige Kamera bereits eine Lensbaby-Optik und habe diese sehr gemocht. Für meine derzeitige Kamera gibt es jedoch keine passenden Adapter, abgesehen davon sind mir die Lensbabies ein bisschen zu teuer. Auf der anderen Seite sind spezielle Tilt-Shift Objektive, selbst alte analoge, jenseits meiner Preisklasse. Mein Setup ist daher etwas billiger und spartanischer ausgefallen. Es besteht aus:

  • einem modifizierten Balgengerät (gibt es neu sehr günstig im Netz, ca. 40 €). Achtet darauf,dass ihr kein spezielles Makro-Balgengerät kauft. Diese sind sehr teuer und bringen für unsere Zwecke nichts.
  • einem 105mm Objektiv für einen Vergrößerers (gibt es sehr günstig auf Ebay, ca. 15-50 €)
  • Adapter-Ring (für das 105er Objektiv mit M42 Gewinde auf mein Pentax-Bajonett brauchte ich einen Adapter von Ebay, ca. 15 €)
  • Gummiband

 

Tilt-Shift_1
Das fertige Tilt-Shift Balgengerät ohne Führungsschienen. Dafür mit M42 Fujinon 105mm f5.6 Objektiv und einem Gummiband zum Fixieren.

Nachdem man alle Teile zusammen hat nimmt man sich das Balgengerät vor und baut es erst einmal auseinander. Ich will maximale Freiheit bei meinen Tilt-Shift Abenteuern, deshalb habe ich alle Führungsschienen und Arretierschrauben die diese Balgengeräte normalerweise haben erstmal abgeschraubt bzw. rausgezogen. Jetzt lässt sich der Balgen frei in alle Richtungen neigen und verschieben. Super, so wollen wir das.

Tilt-Shift_2
Das fertige Setup an einer Pentax DSLR.

Jetzt nur noch den Adapter auf die Objektivstandarte geschraubt und das Objektiv drangeflanscht und schon kann es losgehen. Wenn man gerade nicht photographiert und den Balgen nicht lose herum baumeln lassen möchte kann man die Objektivstandarte mit dem Gummiband an der Kamera festzurren.

Das Photographieren

Etwas das ich mir gleich angewöhnt habe ist es die Kameraeinstellungen völlig zu ignorieren. Der Grund ist ganz einfach: man ist sowieso mehr als genug damit beschäftigt die Kamera zu halten und gleichzeitig die Objektivstandarte zu verschieben um den gewünschten Effekt zu erzielen. Hierbei muss man am Anfang ein bisschen Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand entwickeln. Der Blick auf die Kameraeinstellungen wäre hier völlig überfordernd. Also, in Full-Auto Modus gehen. Erstmal eine Mittlere Blende wählen, etwa f8 oder f10. Der Schärfebereich ist verdammt schmal deshalb ist es besser zunächst etwas gemäßigter anzufangen.

Weiterer wichtiger Punkt ist: vergesst den Sucher. Wenn ihr mit einer DSLR arbeitet, nehmt Live-View und checkt eure Belichtung auf dem Display. Im Sucher könnt ihr schlecht einschätzen wie die Belichtung tatsächlich aussehen wird – auch wird der Schärfe/Unschärfeeffekt beim „tilten“ von der Sucher-Optik unterschätzt. Daher unbedingt im Live-View arbeiten. Dabei ist, meiner Meinung nach, die Kamera auch wesentlich leichter zu halten…

Wer eine Systemkamera mit EVF hat, der kann natürlich den Sucher benutzen 😉

Alles in Allem ist das eine sehr schöne Spielerei, die man für alles Mögliche, auch Portraits, verwenden kann. Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freue mich auf Euer Feedback und evtl. auch ein paar Photos!

Die Resultate

Alle Bilder entstanden mit dem oben beschriebenen Setup.Bojen (Foto: FLORIAN DIEHL)

Especially if the neverending cold season will be missing the motivation to grab the camera and take pictures. But I have found a nice „healing method“: tilt-shift photography. Tilt-shift photography is already an old hat almost; constantly you see these „miniature“ effect pictures on the web. Many cameras have such effects already programmed as a filter so that they can be „put over “ already shot photos. However, doing tilt-shift but manually offers a lot more possibilities to play, to try and learn.

What’s tilt-shift?

What is Tilt-Shift? Contrary to popular belief, the word describes two completely different effects. Tilting the lens (es) relative to the sensor causes the inclination of the plane of sharpness. Normally it runs parallel to the image plane and varies only in its depth – just depending on how you set the aperture (iris open, narrow depth of field; closed iris, wide depth of field). By tilting the level is now inclined and this leads to the known miniature effect. One can let the focus run diagonally across the scene – depending on how you tilt the lens. This leads to quite wild compositions that bring tension into the picture.

Now what about the shift effect? Now, „Shift“ means you move the lens parallel to the image plane (sensor). Which means that the tilt of the focal plane is not changed – it remains parallel to the image plane. Then what use is the „shifting“? Well, this one has to do with a rather unknown photographer, the Mr. Scheimpflug. This gentleman was an architectural photographer and found out that buildings often seem unnaturally distorted when they are photographed at wide-angle focal lengths. He wondered how to correct it without changing the lenses or the position of the camera. He figured out that it is enough to move the lens up / down in parallel to the image plane, and thereby correct the falling lines. Therefore, there are also special shift lenses are used by architecture and landscape photographers today.

Strictly speaking, the Lensbaby- and comparable optics are Tilt lenses, because they can not „shift“. Special shift lenses can not be „tilt“ either.

The Setup

For my previous camera I had a Lensbaby optic and liked it very much. For my current camera, there is no suitable adapter for a lensbaby optic. On top of that the Lensbabies are a bit too expensive for me nowadays. On the other hand, special tilt-shift lenses, even old analog ones, are beyond my price range, too. My setup is therefore somewhat cheaper and also more spartanic. It consists of:

  • a modified bellows (there are new very low in power, about 40 €). Make sure that you buy no special macro bellows. These are very expensive and do not help for our purposes.
  • a 105mm lens for an enlarger (there are very cheap on Ebay, about 15-50 €)
  • Adapter ring (for the 105s lens with M42 thread on my Pentax bayonet I needed an adapter from Ebay, about 15 €)
  • rubber bandTilt-Shift_1

After you have aquired all parts you assemble them. Since I want to have maximum freedom in adjusting the focal-plane and shift of the lens I removed all guiding rails and screws from the bellows (as shown above). In order to fixate the loose bellows, and during transport, I use the rubber band.

Photographing

Something I learned immediately was to completely ignore the camera settings. You are so occupied with holding the bellows and the camera itself, that you are unable to adjust any knobs or dials on the camera. Thus: full auto mode is a must. All I set while shooting is the EV-compensation. Also, it is important (if you are a DSLR user) to use Live View. The mirror system that the optical view finder uses can distort the tilt-shift effects of the lens and on top of that you do not get a live reading of the exposure in the OVF. Thus, do not trust it. Use live view to quickly check exposure and the desired tilt-shift effect.Tilt-Shift_2

Results

All images taken using aforementioned method.

Old Steamer (Foto: FLORIAN DIEHL)

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News: Podcast will be bilingual (english and german)

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This seems to be a new thing, apparently. I haven’t found anything similar on the interwebs (yet). But, I thought it would be a pretty neat idea to give you this podcast in two languages.

Thus, I will produce every episode in english and in german. The english version is called „Brain and Art – International Version“.

Again, nobody will miss anything. Each episode contains pretty much the same content, it’ll just be in different languages.

Hope you enjoy.